Archiv für die Kategorie ‘Meisterschaften’

Cathy Immich vier Mal unter den Top 10 bei der DM in Grefrath!

04.07.09

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Die Vorbereitung zu den Deutschen Meisterschaften der Jugend und Junioren in Grefrath nahmen wir sehr ernst und führten ein spezielles vereinsübergreifendes Vorbereitungsprogramm durch. Obwohl unsere Sportler Daniela Vorobev, Catherina und Benedict Immich trotz einiger verletzungs- bzw. krankheitsbedingter Trainingspausen dank des Vorbereitungsprogramms in aufsteigender Form waren, haben Testrennen gezeigt, dass es vielleicht nur bei Cathy für die Konkurrenz um gute Platzierungen bei der DM am 20./21.06.2009 reichen wird. So ging nur sie an den Start. Ihr Ziel war unter die ersten Zehn zu kommen…

Dies war ihr dann mehrmals eindrucksvoll gelungen: beim 300m-Einzelsprint, 1000m-Massenstart und 10000m-Punktelauf mit Ausscheidung wurde sie zehnte. Bei der 500m-Sprintausscheidung belegte sie nach einem sehr guten Start den 7. Platz und verpasste ganz knapp die Finale, was am Ende mindestens Platz 5 bedeutet hätte!

Cathy kämpfte bei allen Rennen bis zum letzten Meter und konnte so am Ende noch persönliche Bestzeiten über 500m, 1000m und 3000m aufstellen. Gratulation und Dank!!!

Mit Sicherheit werden nach dieser Meisterschaft auch noch die beiden Demonstrationsrennen der Sportler mit geistiger Behinderung in Erinnerung bleiben. Hier gilt es, den Organisatoren, die mit dem SPECIAL OLYMPICS Verband im Rahmen dieser DM eine Kooperation eingegangen sind, ein großes Lob auszusprechen.

An dieser Stelle möchte ich auch auf eine integrative Veranstaltung mit langjähriger Tradition aufmerksam machen, den Capp-Sport-Cup von Elisabeth und Bernhard Weik-Stiftung in Langenfeld.

Insgesamt waren diese Deutschen Meisterschaften der Jugend und Junioren eine sehr gut gelungene Veranstaltung. Hoffentlich gibt sie der weiteren Entwicklung des Inline-Speedskating in NRW und speziell in Grefrath und Umgebung neue Impulse…

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Bilder von Thorsten Oltmer:

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Ergebnisse

Berichte zum Thema:
Sportminister Dr. Ingo Wolf: „Das ist ja ein richtig toller Sport“

Bronzemedaille bei den Worldmasters Games 2009 in Bjugn/Norwegen

07.03.09

Lange hatten Reinhold und Christoph auf dieses Wochenende hin trainiert und endlich ging es dann los. Die Reise nach Bjugn/Norwegen, wo in diesem Jahr die World Masters Games (Allround) stattfanden, begann mit einer Flugreise über Amsterdam nach Trondheim. Schon beim Flug konnte man die Schönheit der verschneiten norwegischen Landschaft bewundern. nw-aussicht2Die Landung am Trondheim Airport verlief problemlos und so konnten sich Reinhold, Christoph jeweils mit Partnern schnell mit dem Mietwagen in Richtung Halbinsel Fosen aufmachen. Hierzu musste noch mit der Fähre der Trondheimfjord überquert werden. Hier bot sich den Sportlern bereits eine grandiose Aussicht.

Nachdem die vier in Bjugn ihre idyllisch im Wald gelegene Hütte bezogen hatten, brachen Reinhold und Christoph sofort zum ersten Training in der Fosenhallen auf, um die dortigen Bedingungen kennen zu lernen und sich auf die Bahn einzustellen. In Bjugn hatte man es geschafft unter Beteiligung eines Großteils der Gemeindeeinwohner eine Eisschnelllaufhalle in Eigenregie innerhalb kürzester Zeit zu erbauen.nw-halle Ein solches Projekt in einer solch kleinen Gemeinde würde in Deutschland wahrscheinlich eher am Widerstand der Einwohner scheitern, als von Ihnen derart tatkräftig unterstützt zu werden. Durch diesen grandiosen Einsatz ist eine fantastische Mehrzweckhalle entstanden, die später einen würdigen Austragungsort für die World Masters Games bot. Leider war aus Kostengründen zunächst keine Heizungsanlage eingebaut worden, so dass die Halle leider die Gemütlichkeit eines Kühlschranks besaß.

Umso wärmer und herzlicher war der Empfang im Kulturhus in Bjugn, wo auch die Auslosung der Starter für die ersten Distanzen erfolgte. Man hatte den Eindruck, dass auch hier wieder die gesamte Gemeinde am Werk war. Nach einem Sektempfang erfolgte die Begrüßung durch den Bürgermeister, sowie die Veranstalter. Alles wurde aufgelockert durch verschiedene Gesangsdarbietungen und Tanzvorführungen. Zum Abschluss wurde dann zu einem gemeinsamen Imbiss gebeten, bei dem sich die Teilnehmer schnell näher kamen und sich länderübergreifend intensive Gespräche entwickelten. Sprachtalent Reinhold war hier voll in seinem Element. Munter wechselte er zwischen norwegisch, finnisch und deutsch und übersetzte, wo es von Nöten war.

nw-eroeffnung1Dann, am ersten Wettkampftag zeigte der Veranstalter einmal mehr, dass er diese World Masters Games ebenso ernst nahm, wie ein internationales Topevent in der Aktivenklasse. Die Eröffnung wurde ebenfalls durch Tanz- und Musikdarbietungen untermalt und stimmte die Teilnehmer so richtig auf den bevorstehenden Wettkampf ein.

Nun begannen die Wettkämpfe: Christoph hatte an diesem Tag lediglich die 500m zu absolvieren. Bei Reinhold waren es die 500 und die 3000m. Christoph musste alleine starten und hatte vor seinem Start bereits festgestellt, dass der Starter offenbar einen nervösen Zeigefinger hatte. Fast ständig gab er Fehlstarts und eine Regelmäßigkeit in der Dauer zwischen dem „Ready“ und dem Startschuss war ebenfalls nicht zu erkennen. Im Gegenteil wartete der Starter teilweise so lange, dass die Sportler jegliche Spannung verloren und dann in den Fehlstart fielen. So hatte Christoph entschieden, einen sicheren Start zu wählen um einen Fehlstart zu vermeiden. Dies kostete natürlich schon am Start wertvolle Zehntel. Dann geschah das, was Christoph schon die ganze Saison plagte. Ein Strauchler in der zweiten und besonders wichtigen Kurve führte fast zum Sturz und vernichtete die gesamte aufgebaute Geschwindigkeit. Am Ende war Christoph mit einer 43.98 und dem vierten Platz völlig unzufrieden und musste erkennen, dass der Finne Pertti Kiiskinen mit einer 40er Zeit auf Platz 2 weit enteilt war. Der nach diesem Lauf führenden Norweger Thor Olaf Tveter war für Christoph ohnehin uneinholbar.

Reinhold legte einen soliden Lauf über die 500m hin, obwohl auch er den Eindruck hatte, dass er hier nicht alles gezeigt hatte, was in ihm steckte. Sein Problem war, dass ihn am Vortag eine leichte Erkältung aus der Bahn geworfen hatte und er sich nicht richtig fit fühlte. Auch bei den 3000m plagte ihn dieses Problem. Dennoch erreichte er das Ziel in neuer persönlicher Bestzeit von 5.05,65.

Am Folgetag standen für Christoph die 1500 und die 3000m auf dem Programm. Pertti Kiiskinen startete vor Christoph, jedoch stürzte er gleich in der ersten Runde. Hierdurch büßte er natürlich wertvolle Zeit ein. Glücklicherweise verletzte er sich nicht und konnte den Lauf beenden. Christoph gab in seinem 1500m Lauf alles und verausgabte sich so, dass er wegen der kalten Luft Lungenschmerzen bekam. Mit 2.15,49 hatte er einen sehr guten Lauf, wenngleich es nicht für neue Bestzeiten reichte. Allerdings waren die Bedingungen in der Halle durch das zu kalte Eis, die niedrigen Temperaturen und die geringe Höhe der Halle über dem Meeresspiegel auch nicht für Bestzeiten geeignet. Hierunter litten natürlich alle Sportler gleichermaßen. Dennoch hatte Christoph nach dieser Distanz den 2 Rang übernommen und etwa 7 Sekunden Vorsprung auf Kiiskinen für die 3000m. Auf den 3000m zeigte sich dann allerdings wieder, dass der Finne verdientermaßen auf Silbermedaillenkurs war. Er schaffte es nicht nur den Abstand zu verringern, sondern auch noch einen kleinen Vorsprung für den abschließenden 5000m Lauf herauszulaufen. Christoph war mit seiner Zeit von 4.52,97 mehr als zufrieden. Gleichzeitig hatte er zum viertplatzierten Norweger inzwischen so viel Vorsprung herausgelaufen, dass er für die 5000m mit einem komfortablen Vorsprung von mehr als 20 Sekunden ins Rennen ging.

nw-skate2Reinhold lief an diesem Tag lediglich die 1500m. seine Kräfte waren wieder zurückgekehrt und so hatte er sich viel vorgenommen. Nach dem Start vergaß er jedoch die Runden zu zählen, bzw. sich nach den Anzeigetafeln zu orientieren. In der vorletzten Runde grübelte er anstatt Vollgas zu geben darüber nach, wie viele Runden er wohl noch laufen müsse. Selbst der Glocke für die letzte Runde traute er nicht so recht. Am Ende hatte er zwar mit 2.26,49 eine Zeit im Bereich seiner Bestzeit, jedoch war er unter seinen Möglichkeiten geblieben.

Für den Sonntag hatte der Veranstalter es geschafft, dass alle Teilnehmer die Chance bekamen sich auf der längsten Distanz zu beweisen. Für Reinhold und Christoph galt es nun zwölfeinhalb Runden durchzustehen und nicht vorzeitig einzubrechen. Christoph startete im Quartett im ersten Paar, während Kiiskinen ihn aus dem zweiten Paar heraus natürlich im Auge behalten und sich an ihn heranziehen konnte. Christoph versuchte alles, jedoch musste er schnell erkennen, dass die vorhergehenden Tage seine Kräfte nahezu aufgezehrt hatten. Auch machte sich hier das fehlende Ausdauertraining im Sommer bemerkbar. Obwohl er dem viertplazierten Frode Midjo mehr als eine Runde abnahm schaffte er es nicht den zweitplazierten Finnen unter Kontrolle zu bringen. Noch auf der Ziellinie hatte der Finne Christoph eingeholt und damit natürlich eine deutlich bessere Zeit. Christoph war mit seiner Leistung zwar zufrieden, jedoch hätte er gerne eine deutlich bessere Leistung gezeigt und den Kampf um Platz 2 mit schärferen Waffen geführt. Allerdings war auch schon von den Meldezeiten Kiiskinens abzusehen, dass dieser Kampf ungleich werden würde. Völlig verdient gewann er die Silbermedaille und Christoph war mit Bronze absolut zufrieden.

Reinhold hatte zwar von Anfang an keine echte Chance auf einen Medaillenplatz, jedoch lagen seine Ziele in der überaus stark besetzten Alterklasse 55 ohnehin darin sich gegenüber den vielen erfahrenen Eisschnellläufern zu etablieren und eine erste Einschätzung seiner Möglichkeiten in der internationalen Konkurrenz zu bekommen. Vor dem Beginn der 5000m lag Reinhold noch auf dem 17. Rang und es sah nach dem 3000m Ergebnis so aus, als sei der nur knapp hinter ihm liegende Norweger Alf Harbritz auf den langen Distanzen deutlich schneller und damit nicht mehr zu schlagen. Der auf Rang 16 liegende Italiener Flavio Rigon schien uneinholbar. Zudem hatte Reinhold diese Distanz auf dem Eis noch nie absolviert. So ging er in das Rennen mit dem einzigen Ziel alles zu geben und zu sehen, was es am Ende wert sein würde. Nach einem sehr guten Start wurde Reinhold auf der Strecke nicht nur von seiner Frau, sondern auch von Maggi, Christoph und Fritz als Coach unterstützt. Christoph feuerte ihn immer wieder an, sein Tempo zu halten und wies ihn auf technische Unsauberkeiten hin. Auch Maggi versuchte all ihre Kraft in die Stimme zu legen um Reinhold weiter zu motivieren. Schnell war klar, dass er sich auf einem sehr guten Kurs befand, wenn er das Tempo halten könnte. Auf den vor ihm liegenden Italiener machte er jede Runde wertvolle Zeit gut. Der Norweger Harbritz startete erst im Quartett nach Reinhold, so dass man insoweit keinen Anhaltspunkt hatte. Reinhold kämpfte sich mit unglaublichen Durchhaltevermögen auf eine grandiose Zeit von 8.36,65 und war damit fast so schnell wie Christoph! Eine Wahnsinnsleistung, die jedoch knapp nicht mehr genügte, um den Italiener Rigon noch von seinem Platz zu verdrängen. Im nächsten Lauf startete dann Harbritz. Auch er gab alles, jedoch hatte ihn dieses Wochenende offenbar mehr Kraft gekostet als Reinhold. Zwar war er noch um einige Zehntel schneller als Reinhold, jedoch genügte dies nicht mehr um den Punktevorsprung von Reinhold einzuholen. Reinhold hatte das unmöglich geglaubte geschafft und den 17. Platz verteidigt und fast noch den 16. Rang erobert. Reinhold war überglücklich.

Ein ganz besonderer Dank muss an dieser stelle Fritz ausgesprochen werden, der sowohl Reinhold, als auch Christoph bei den 3000 und 5000m coachte und sich um beide genauso kümmerte, wie um die eigenen Sportler. Ihm ist es zu verdanken, dass beide Sportler immer bestens informiert waren und im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten ihre maximale Leistungen abliefern konnten. Fritz, Multbeermarmelade kann nicht ausdrücken, wie dankbar wir Dir sind ;-)

Nicht unerwähnt bleiben darf der Rahmen, den der lokale Verein zusammen mit Kulturgruppen geschaffen hatte. Während der Wettkampftage erfreute sich die Cafeteria in der Eishalle als einziger Ort zum Aufwärmen größter Beliebtheit. Die Damen hinter der Theke machten einen grandiosen Job. Unermüdlich kochten Sie Kaffee und buken Waffeln, welche mit Schmand und Erdbeermarmelade zum absoluten Renner wurden. Auch eine Blasmusikkappelle unterstützte die Sportler sowohl in der Halle, als auch in der Cafeteria, was Reinhold zu einem spontanen Tänzchen mit seiner Frau nutze. Eine Volkstanzgruppe integrierte draußen die Schaulustigen und mitgereisten Unterstützer und ganze Schulklassen feuerten am Rande der Bahn mit lautem „Heia Heia“ die Sportler an, egal, ob Norweger oder nicht!

nw-chor1Die Siegerehrung mit Abschlussbankett setzte der gesamten Veranstaltung die würdige Krone auf! Keine Mühen hatten Veranstalter und lokale Kulturgruppen gescheut! Ein Chor bot folkloristische Gesänge dar. Die Tochter von Reinholds und Christophs Vermieterin spielte ein Trompetenstück, welches sie trotz Ihrer großen Aufregung ganz hervoragend darbot und tosenden Applaus erntete und andere Gruppen zeigten ebenfalls ganz beeindruckende Vorführungen.

Für Christoph war es natürlich ein ganz besonderes Ereignis dann bei der Siegerehrung erstmals auf das Treppchen klettern zu können. Im Vorjahr hatte er aus Zeitgründen auf die Ehrung verzichten müssen. nw-podiumAuch Kiiskinen sah man den Stolz über Platz 2 deutlich an. Noch etwas stolzer musste wohl der Norweger Tveter gewesen sein. Der Goldmedaillengewinner hatte sich offenbar so ausgiebig gefreut, dass er einige Schwierigkeiten mit der Balance auf dem Podium hatte, doch Christoph und Pertti waren ganz Sportsmann und stützten den angeschlagenen Sieger etwas. Für das Bild hatte er dann natürlich Haltung angenommen ;-)

Nach einem äußerst köstlichen Bankett kam dann die Stunde der lokalen Liveband, bei der auch der Eismeister ordentlich mitmischte. Bis in die Nacht hinein heizten Sie den Sportlern und Begleitern ordentlich ein und Reinhold, Moni, Christoph und Maggi mussten förmlich aus dem Kulturhaus gekehrt werden.

nw-redeVolker Serini brachte in seiner Ansprache die gesamten Empfindungen und die Stimmung der Sportler dann auf den Punkt, indem er eingestand, dass er hier in Bjugn die besten, schönsten und emotionalsten World Masters Games bislang erlebt habe und er lobte den Veranstalter und die Gemeinde Bjugn für diese wirklich gelungene Veranstaltung. Dem möchten wir uns als BoSS 05 Teilnehmer anschließen!

Vielen Dank Bjugn, Fosenhallen und BØSK für ein wirklich grandioses Wochende, beeindruckende Weltmeisterschaften und den warmen herzlichen ja fast familiären Empfang!

Marathon-DM in Duisburg

09.06.08

 

 

Marsollek holt in Duisburg nach Aufholjagd Vizemeistertitel der AK 50 bei der DM der Speedskater im Marathon

Nach der deutlichen Verbesserung des deutschen Altersklassenrekords über 1500m Großbahn in Grefrath und dem überlegenen Sieg bei den NRW-Bahnmeisterschaften im Mehrkampf in Leverkusen hat sich Reinhold Marsollek von BoSS 05 für die deutschen Meisterschaften in Duisburg am 1. Juni, die zugleich eine Qualifizierungsmöglichkeit für den Masters-Kader bedeuten konnten, viel vorgenommen.

Die nach nächtlichem Wolkenbruch streckenweise nasse Asphaltdecke und taktische Überlegungen verhinderten ein hohes Tempo.

Die mit fast komplettem Nationalkader angetretene AK50, darunter Marsollek und der 30-fache deutsche Meister Albrecht Bauer vom Hot Wheels Skate Club Schwenningen, machte schließlich Dampf, sodass sich eine Spitzengruppe von zehn Fahrern absetzte. Kurz vor dem Ziel bei km 41 erlebte Marsollek dann fast sein Waterloo. Als der Bochumer in der vorletzten Kurve zum furiosen Schlussspurt ansetzte und allen Konkurrenten zu enteilen begann, bremste ihn der Wettergott: Die über 800m lange Allee war noch klitschnass und der Bochumer hatte keine Regenrollen auf der Schiene. Plötzlich ohne griffigen Abdruck musste er erleiden, dass ihn sechs Rennfahrer, darunter Bauer und Reinhard Borst, der deutsche Marathonmeister von 2006 und bis vor 3 Wochen deutscher Rekordhalter über 1500m Großbahn, überholten und bis zu 50m davonzogen.

Die von der Sonne beschienenen trockenen letzten 300m bis zum Ziel brachten dann doch noch fast die Wende. Marsolleks wilde Aufholjagd war so erfolgreich, dass er nur zwei Meter hinter dem neuen deutschen Marathonmeister Raimund Scheurer vom ISC Regensburg als Zweiter das Ziel passierte.

Natürlich ärgerte sich der Bochumer über sein Pech: Kein deutscher Konkurrent seiner Altersklasse kann dem Eisschnellläufer (wir berichteten) zur Zeit im Sprint das Wasser reichen und dann schickt es der Himmel persönlich…

„Na ja“, meinte Marsollek versöhnlich im Ziel, „die Qualifikation für den Masters-Kader dürfte ich damit auch im dritten Jahr in Folge geschafft haben.

Pawlowski gewinnt Silbermedaille bei 17th International Masters Games in Erfurt.

03.03.08

Vom 28.02. bis zum 01.03.2008 fanden in Erfurt die 17th International Masters Games im Eisschnelllaufen statt, bei denen in diesem Jahr die Entscheidungen für die inoffiziellen Weltmeisterschaften. 207 Starter aus 12 Nationen hatten sich für diesen Wettkampf gemeldet. Unter Ihnen Christoph Pawlowski und Rolf Schröder vom BoSS 05 e.V. Trainer Valeri Vorobev und Reinhold Marsollek hatten leider keinen Startplatz mehr bekommen.

Bei den Masters Games galt es in den verschiedenen Altersklassen im Vierkampf zu bestehen. Rolf und Christoph hatten den kleinen Vierkampf, also die Distanzen 500, 1500, 3000 und 5000m zu absolvieren. Die Veranstaltung begann mit einem Empfang im Rathaus und der offiziellen Auslosung der Startplätze. Am Folgetag stand dann die Distanz über 500m auf dem Programm. Christoph Pawlowski konnte leider an seine Erfolgsserie der vergangenen Wettkämpfe nicht ganz anknüpfen und blieb mit 43,61 Sekunden über seiner persönlichen Bestmarke und deutlich unter seinen Möglichkeiten. Rolf Schröder konnte mit 53,44 Sekunden dagegen wieder einen neuen persönlichen Rekord aufstellen und freute sich über seinen Erfolg auf dem Eis.

Rolf beim 3000m LaufDie Distanzen 1500 und 3000m waren am Samstag zu bestreiten. Hier konnte Christoph endlich einmal zeigen, was in ihm steckt. Trotz extremer Nervosität in einem solch wichtigen Wettkampf schaffte er über 1500m das Unglaubliche: Mit 2.08,92 Minuten blieb er nicht nur unter seinem selbst gesteckten Traumziel von 2.10 sondern knapp 9 Sekunden unter seiner bisherigen persönlichen Bestleistung. Auch Rolf konnte sich erheblich verbessern und erreichte in 2.38,50 das Ziel. Um mehr als 4 Sekunden hatte er hiermit seine eigene Bestmarke verbessert! Ebenso fielen bei den 3000m wieder alle persönlichen Bestzeiten, wenngleich beide Sportler zugeben mussten, dass ein wenig mehr auch noch drin gewesen wäre. Dennoch. Christoph schaffte die 3000m in 4.42,96 Minuten und war damit 10 Sekunden schneller als bisher. Rolf benötigte 5.34,08 Minuten und war damit um unglaubliche 25 Sekunden schneller als zuvor und das, obwohl er seinen Kräften nicht ganz getraut und die schnellste Rundenzeit erst in der Schlussrunde erreicht hatte.

Christoph beim 5000m StartNach diesen 3 Distanzen erfolgte die Auslosung für die 5000m, die organisatorisch in der Teilnehmerzahl begrenzt werden mussten. Aufgrund der extrem hohen Leistungsdichte und der übermächtigen internationalen Konkurrenz schaffte Rolf den Einzug in den finalen 5000m Lauf nicht. Dennoch war er aufgrund seiner eigenen tollen Verbesserung sehr zufrieden und stolz, teilgenommen zu haben.

Christoph konnte dagegen ins Finale einziehen. Zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass ein Kampf um Platz 1 nicht mehr in Betracht kam. Ssein Konkurrent, der Niederländer Jan-Willem Molleman war ihm als Spitzenläufer in den Niederlanden durchaus deutlich überlegen. Trotzdem steckte Christoph seine Ziele hoch. Eine Zeit von etwa 8 Minuten auf die Distanz von 5000m wollte er erreichen. Netterweise erklärte sich Jürgen Walthes (ECG) bereit Christoph zu coachen und sprach mit ihm den Rennverlauf durch. Nach erfolgtem Start konnte Christoph die benötigten Rundenzeiten zunächst nicht ganz halten. Im Laufe der 13 Runden konnte er jedoch seine Zähigkeit ausspielen und wieder ein wenig Zeit herausfahren. Obwohl die Beine brannten mobilisierte Christoph in der Schlussrunde noch einmal alle Kräfte und erreichte in einer Zeit von 8.02,98 Minuten das Ziel. Für Christoph ein Traumergebnis, welches noch dadurch versüßt wurde, dass er seinen starken Konkurrenten noch auf der Zielgeraden im Blick hatte. Nur 6 Sekunden Rückstand – Für Christoph ein unfassbar gutes Ergebnis.

Das bedeutete Silber! Und das bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Senioren auf dem Eis. Ein Traumergebnis! Überhaupt war dieser Wettkampf für beide Sportler der absolute Höhepunkt der Saison. Alles war absolut professionell organisiert und das Eis in der Erfurter Halle natürlich ein Traum. Diese Veranstaltung hatte beiden das unbeschreibliche Gefühl vermittelt, bei einer wirklichen Weltmeisterschaft im Spitzensport – wenngleich im Seniorenbereich – dabei gewesen zu sein. Wir danken den Veranstaltern für dieses unvergessliche Erlebnis!

BoSS 05 Sportler setzen Erfolgsserie fort.

18.08.07

Am 12.08.2007 fanden in Wedel bei Hamburg die Deutschen Meisterschaften der Speedskater auf der Marathondistanz statt. Für den BoSS 05 e.V. starteten Margit Morgiel und Christoph Pawlowski in ihren jeweiligen Altersklassen.

Nachdem der Sommer bislang für die Inlineskater eher dürftige Wetterverhältnisse geboten hatte, präsentierte sich der Wettkampftag im hohen Norden mit Traumwetter. Pawlowski startete in der AK 30 der Herren und konnte sich nach einem guten Start sofort in der Führungsgruppe festsetzen. Das Tempo und die Attacken über das gesamte Rennen konnte Pawlowski gut mitgehen, setzte jedoch zunächst aus Vorsicht keine eigenen Akzente. Dennoch beteiligte er sich aktiv an der Nachführarbeit um die Abstände zu den Ausreißern nicht zu groß werden zu lassen. Letztlich schaffte es dann auch niemand dem Feld davon zu fahren. Gegen Ende des Rennens wurden die Aktionen dann immer hektischer und nervöser. Pawlowski witterte hier seine Chance um selbst einmal sein Glück in der Flucht zu versuchen, was die Konkurrenten jedoch jeweils wieder vereitelten. So war dann schnell klar, dass es zu einem Massensprint kommen würde. Bereits gut 1 km vor dem Ziel wurde dann der Sprint gestartet. Pawlowski kam dabei das Eisschnelllauftraining des Winters sehr zugute und so konnte er dank hoher Endgeschwindigkeit den 6. Platz sichern. Hierbei ließ er gleich mehrere Konkurrenten hinter sich, die ihn noch im Vorjahr regelmäßig übersprinteten. „Ein Traumergebnis“ so kommentierte Pawlowski seinen Erfolg.

Margit Morgiel ging aufgrund ihrer Verletzung, die sie von August 2006 bis etwa Juni 2007 beeinträchtigt hatte, mit sehr verhaltenen Erwartungen ins Rennen. Nur nicht abreißen, das war ihr Ziel. Nach dem Start der AK 40 Damen, konnte Sie sich in der Führungsgruppe festsetzen. Der Rennverlauf war zwar insgesamt eher ruhig, jedoch war das Renntempo noch immer hoch genug, dass sogar die Deutsche Meisterin im Doppelmarathon den Anschluss verlor. Erst kurz vor dem Ziel attackierten die beiden Favoritinnen in diesem Feld gleichzeitig und konnten sich gemeinsam absetzen. Für das Feld war an einen Lückenschluss zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu denken, allerdings stand ja noch der Sprint um Platz 3 aus. Dementsprechend wurde das Tempo sehr hoch gehalten, um die bereits angeschlagenen Gegnerinnen möglichst noch abzuschütteln. Im Massensprint ihrer Gruppe konnte sich Morgiel den 5. Platz und damit den 7. Platz in ihrer AK sichern. Zwar hatte sie in der Vergangenheit schon bessere Platzierungen erstritten, jedoch war dieses Ergebnis, und die Tatsache, dass sie den Anschluss nicht verloren hatte, vor dem Hintergrund ihres Trainingsrückstandes ein voller Erfolg.