Ruhr Nachrichten / Bochumer Sport / Donnerstag, 8. September 2011
Intensive Erfahrung im „Wikingerschiff“
HAMAR. 235 Eisschnelläufer aus neun Nationen, darunter Amerikaner, Niederländer, Skandinavier und ein Australier im Alter zwischen zehn und 80 Jahren, ließen sich das traditionelle zweiwöchige “Sommer-Eis im Wikingerschiff”, der Olympiahalle von 1994, im norwegischen Hamar nicht entgehen. Mit dabei auch Reinhold Marsollek vom Bochumer BoSS 05, der innerhalb seiner fünfwöchigen Skandinavienreise der Bochumer auch zwölf Tage auf dem – laut Veranstalter – “schnellsten Eis der Welt” trainierte, um sich schließlich an den Abschlusswettkämpfen über 500 m und 1500 m zu beteiligen.
Nachdem Marsollek bereits vor zwei Jahren einen Nachmittag lang die Sommereis-Qualität testete, trainierte er dort diesmal täglich vier bis sechs Stunden, um sich dann per Rad bei der Rückfahrt zum 15 Kilometer und 350 Höhenmeter entfernten Ferienhaus zu “entspannen”. “600 bis 1000 km Eisstrecke dürften in allem zusammengekommen zu sein”, so der 57-jährige Sport- und Russischlehrer der Rudolf-Steiner-Schule.
Der Aufwand hat gelohnt, Marsollek dominierte unangefochten die Mastersaltersklasse AK55. Sowohl Per Gunnar Steensvåg, ein samischer Pilot aus Tromsø, der sich vor einem halben Jahr bei der Masters-WM im kanadischen Alberta noch unmittelbar vor dem Bochumer platzierte, als auch Alf Harbitz/Tromsø, den er vor zwei Jahren bei der WM im norwegischen Bjugn gerade noch hinter sich ließ, waren deutlich langsamer. Steensvåg war aber auch benachteiligt durch eine plötzliche Flugverpflichtung nach Chicago, die ihn eine Woche vor dem Wettkampf für drei Tage am Training hinderte und auf der längeren Strecke fast sieben Sekunden auf Marsollek verlieren ließ.
Eine Touristenattraktion
Nur zwölf Stunden nach dem Wettkampf im “Wikingerschiff” gelang dem Waldorflehrer ein weiterer Erfolg unweit des 350 km entfernten Geiranger: Mit seinen Renn-Inlineskates ausgestattet, bestieg er die elf Haarnadelkurven des 852 m hohen Trollstigen, eine der touristischen Attraktionen Norwegens, um unmittelbar danach mit dem oben zuvor abgestellten Tourenrad herunterzurollen. “Vorher musste ich den vielen Japanern, Taiwanesen, Schweden, Deutschen und anderen Touristen, die mich von der neuen Aussichtsplattform aus beim Hochrollen beobachten konnten, als Fotomotiv zur Verfügung stehen – eine sehr schöne Erfahrung”, berichtete Marsollek.