Fosna-Folket / Freitag, 7. August 2009
Von Kim Roger Asphaug

Artikelübersetzung
Inspiriert von Fosen
Fosen – Halbinsel nördlich von Trondheim, wo im Febr./März 2009 in der Fosenhalle von Bjugn/Botngård die Masters-WM im Eisschnelllauf stattfand (Anm.Übers.)
Bildlegende 1: In Voller Fahrt: Reinhold Marsollek auf der Speedskatingbahn in Botngård.
Bildlegende 2: Gibt ein Buch heraus: Reinhold schrieb ein Buch über seine Radtour von Oslo nach Kirkenes.
Der energische Deutsche ist ein vielfach ausgezeichneter Inline-Speedskater, und er war unter anderen der Weltschnellste in seiner Altersklasse. Im Februar nahm Reinhold teil an der Masters-WM im Eisschnelllauf in Botngård, was auch seine erste Reise in den Ort war. Der Besuch hat auf den 55-jährigen offenbar einen Eindruck hinterlassen, denn nicht lange danach wünschte er, sein Sommertraining hierher zu verlegen. Das war selbstverständlich in Ordnung und somit hat der Austrainierte die letzte Zeit längs der Wege in Bjugn verbracht.
Herrlich
- Bjugn und Fosen sind eine fantastische Stelle. Ich trainierte viel längs der Landstraßen um die Jøssundkirche herum, da legte ich viele Marathon-Distanzen zurück. Das Streckenprofil ist gut, mit Hügeln und wenig Verkehr. Und die Aussicht ist herrlich, erzählt Reinhold. Er lernte auch sowohl die Fosenhalle wie auch die Inlinerbahn kennen, welche eine sehr schnelle Betonunterlage haben (die Halle).
Reinhold lebt in Bochum, wo er unter anderem als Sportlehrer arbeitet. Die Trainingsmöglichkeiten dort sind o.k., aber alles braucht viel mehr Zeit wegen der Abstände und des großen Verkehrsaufkommens. Auf der achtzig Kilometer entfernten Eisschnelllaufbahn zu trainieren kann zwei Stunden Anreisezeit bedeuten. Er lobt deswegen die Zugangsmöglichkeiten in der Nähe von Bjugn. Es war auch ausgezeichnet während der Masters-WM im Eisschnelllaufen im Winter, die er als professionell und sozial beschreibt. Da er 15 Sprachen spricht, endete er dort schließlich auch als Russischdolmetscher.
Das Fahrrad
Außerhalb des Trainings vergingen die Tage mit dem Genießen der norwegischen Natur.
- Ich bekomme nicht genug von der Natur hier. Ich angle viel, und pflücke Beeren. Ich stehe früh im Morgengrauen auf, um ins Freie zu kommen, setzt Reinhold fort. Die norwegische Natur ist übrigens nichts Neues für ihn. Im Jahre 2006 radelte er allein 300 Meilen (skandinavische Meilen = 3000 km) von Oslo bis Kirkenes, im Laufe von 18 Tagen. Das soll heißen, fast alle Etappen radelte er nachts.
- In der Nacht gibt es weniger Verkehr und man kann die Eindrücke besser verarbeiten. Hat man Glück, so sieht man auch viele Tiere. Und die Mitternachtssonne ist phantastisch. Es gibt in Norwegen ein Gedicht, das heißt „Wir sollten nicht schlafen während der Sommernacht“. Ich könnte es nicht besser ausdrücken, sagt Reinhold. Es ist geplant, ein Buch über die Tour in Deutsch im September herauszugeben. Dieses wird auch viele gute Tipps enthalten und zum individuellen Training motivieren.
Heute
Reinhold mag es, sich fit zu halten und das tut er am besten auf Inline-Speedskates. Auf vielerlei Weise ähnelt der Sport dem Radfahren.
- Ich persönlich mag lange Läufe mit vielen Hügeln. Ich bin meine eigene Kraft auf dem Wege, das ist eine phantastische Empfindung. Es geht um Zusammenarbeit und Taktik, auch das ähnelt dem Radsport. Aber auf den Inlineskates haben wir keine Gangschaltung, nur die Beine, setzt der Deutsche fort. Reinhold ist ohne Zweifel ein enthusiastischer Sportsmann und er hofft etwas, Andere damit anzustecken. Ob dies auch auf Inlineskates geschieht, ist übrigens unwichtig.
- Sport und Trimmen geben mir so viel. Ich bin guter Laune, fühle mich fit und bin niemals krank. In der freien Natur zu trainieren ist selbstverständlich besonders schön. Zugleich ist es spannend, sich selber herauszufordern. Alle sollten sich fit halten, aber das sollte nach jedermanns eigenen Prämissen geschehen. Jedermann sollte herausfinden, was er mag, sagt Reinhold. Er unterstreicht, dass man sich nicht zu viel auf einmal auflastet. Das Beste ist, langsam zu starten und lieber jedes Mal die Trainingsmenge und -ntensität zu steigern. Persönlich trainiert er übrigens meistens bei niedriger Intensität, bei der das normale Tempo niedrig sein muss.
- Es geht darum, in Gang zu kommen und einen gleichmäßigen Trainingsrhythmus zu erreichen. Der schlechteste Tag, ein besserer Mensch werden zu wollen, ist morgen. Alles, was du ausrichten willst, muss heute beginnen! Training und Trimmen sind so positiv für vieles in unseren Leben. Deswegen hoffe ich, dass so viele wie möglich sich entschließen, etwas Zeit hierfür zu investieren. Das wird es garantiert wert sein, schließt Reinhold Marsollek.